Adäquate Anwendung von Silberverbänden bei Wunden

Topische antimikrobielle Verbände, auch silberhaltige, werden zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionen in den unterschiedlichsten Wunden angewendet. Obwohl Silberverbände bereits in großem Umfang verwendet wurden, kamen eine neuere Studie1 und zwei Cochrane-Reviews2,3 zu dem Schluss, dass die vorhandene Beweislage nicht ausreicht, um verbesserte Heilungsraten im Zusammenhang mit Silberverbänden nachzuweisen. Dies führte insgesamt dazu, dass die Einkäufer im Gesundheitswesen Silberverbände in Zweifel zogen und die Verfügbarkeit von Silberverbänden weltweit eingeschränkt wurde. In Ärztekreisen werden immer mehr Bedenken laut, dass der willkürliche Rückzug von Silberverbänden die Morbiditätsrate erhöhen und die Behandlungszeit durch unkontrollierte Verkeimung der Wunde verlängern könnte.

Im Dezember 2011 traf sich eine Gruppe von Experten aus Europa, Nordamerika, Fernost, Südafrika und Australien, um auf Grundlage der Erfahrungen aus der klinischen Praxis und allen verfügbaren Beweisen einen international anerkannten Leitfaden für die richtige Anwendung von Silberverbänden zu erstellen. Dieses Dokument legt die Wirkmechanismen von Silberverbänden und die Beziehung von in vitro und in vivo erhaltenen Hinweisen zur klinischen Praxis dar und liefert eine Begründung für eine kosteneffiziente Behandlung.

Im Anschluss an die Konsenstagung wurde ein Entwurf erstellt, der von der Expertengruppe ausführlich überprüft wurde. Um auch die Praxis in verschiedenen Teilen der Welt widerzuspiegeln, wurden zusätzliche internationale Experten konsultiert. Dies führte zum Konsens aller Mitglieder der erweiterten Expertengruppe zu allen Aussagen im Dokument.

Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen sind die Meinungen der Expertengruppe und des Prüfungsgremiums; sie spiegeln nicht unbedingt die Ansichten von B Braun, ConvaTec und Systagenix wieder.